ClaimReview Schema Markup für Faktencheck-Artikel und Google News
Schema Markup

ClaimReview Schema Markup: Faktencheck-Markup für Google News richtig implementieren

Shift07 Team
6. Mai 2026
9 Min. Lesezeit
Schema Markup

Falschinformationen sind im digitalen Zeitalter allgegenwärtig. Google hat deshalb gemeinsam mit Faktenchecking-Organisationen wie der International Fact-Checking Network (IFCN) ein spezielles Schema Markup entwickelt: ClaimReview. Damit können Journalisten und Publisher Faktencheck-Artikel strukturiert auszeichnen – und erscheinen damit in Google News, Google Suche und Google Discover mit aussagekräftigen Rich Results.

In diesem Artikel erfährst du, was ClaimReview ist, wie du es korrekt implementierst, welche Anforderungen Google stellt und welche häufigen Fehler du vermeiden musst. Mit einem vollständigen JSON-LD-Beispiel, das du direkt übernehmen kannst.

Was ist ClaimReview Schema Markup?

ClaimReview ist ein Schema.org-Typ, der speziell für Faktencheck-Artikel entwickelt wurde. Er ermöglicht es Fact-Checkern, Journalisten und seriösen Nachrichtenportalen, überprüfte Behauptungen (Claims) strukturiert zu kennzeichnen – inklusive des Urteils darüber, ob die Aussage wahr, falsch, irreführend oder anderweitig einzustufen ist.

Google nutzt ClaimReview-Markup, um in den Suchergebnissen ein Faktencheck-Label anzuzeigen. Dieses erscheint als Rich Result unter Suchergebnissen, in Google News-Artikeln und im Google Discover-Feed. Nutzer sehen auf einen Blick, dass ein Inhalt faktisch überprüft wurde – das steigert das Vertrauen und die Klickrate.

ClaimReview ist kein universelles Markup. Es richtet sich ausschließlich an Organisationen, die professionellen Faktencheck betreiben – nicht an Meinungsartikel oder allgemeine Nachrichtentexte.

Wie bei allen strukturierten Daten für SEO gilt auch hier: Korrekte Implementierung nach den Richtlinien ist Pflicht, um von den Rich Results zu profitieren. Falsch oder missbräuchlich eingesetztes ClaimReview kann zur Abwertung in Google News führen.

Wer sollte ClaimReview verwenden?

ClaimReview ist für eine spezifische Zielgruppe gedacht. Nicht jede Website kann und sollte es nutzen. Die wichtigsten Anwendungsfälle:

  • Professionelle Fact-Checking-Organisationen (z. B. Correctiv, Mimikama, dpa-Faktencheck)
  • Nachrichtenredaktionen mit einer eigenständigen Faktencheck-Rubrik
  • Wissenschaftsredaktionen, die wissenschaftliche Behauptungen bewerten
  • Politische Berichterstattung, die Aussagen von Politikern überprüft
  • Medizinische Portale, die Gesundheitsbehauptungen einordnen

Nicht geeignet ist ClaimReview für Meinungsartikel, Produktbewertungen, Leserbriefe oder allgemeine Berichterstattung ohne expliziten Faktencheck-Prozess. Google erkennt missbräuchliche Nutzung und schließt entsprechende Seiten aus den Faktencheck-Rich-Results aus.

Die wichtigsten Properties im Überblick

ClaimReview hat eine überschaubare Anzahl an Properties, die du kennen musst. Hier sind alle relevanten Felder:

Pflichtfelder

  • @type: Immer "ClaimReview"
  • claimReviewed: Die genaue Behauptung, die überprüft wurde – als kurzer, präziser String (max. 75 Zeichen für das Rich Result)
  • reviewRating: Das Urteil über die Behauptung (Typ: Rating)
  • url: Die kanonische URL des Faktencheck-Artikels
  • author: Die Organisation, die den Faktencheck durchgeführt hat
  • itemReviewed: Informationen zur überprüften Behauptung (Typ: Claim)

Das reviewRating-Objekt

Das Herzstück von ClaimReview ist das Urteil. Es wird als Rating-Objekt eingebunden:

  • @type: "Rating"
  • ratingValue: Numerischer Wert (z. B. 1 = falsch, 5 = wahr)
  • bestRating: Maximaler Wert der Skala (Pflicht wenn ratingValue angegeben)
  • worstRating: Minimaler Wert der Skala (Pflicht wenn ratingValue angegeben)
  • alternateName: Textuelles Urteil (z. B. "Falsch", "Irreführend", "Weitgehend wahr") – erscheint im Rich Result

Google zeigt im Rich Result das alternateName an – also das sprachliche Urteil. Nutze kurze, eindeutige Bezeichnungen wie "Wahr", "Falsch", "Teilweise wahr", "Irreführend", "Unbewiesen".

Das itemReviewed-Objekt

itemReviewed beschreibt, was genau überprüft wurde – wer hat die Behauptung aufgestellt und wann:

  • @type: "Claim"
  • author: Wer hat die Behauptung aufgestellt? (Name der Person, Partei, Institution)
  • datePublished: Wann wurde die Behauptung ursprünglich veröffentlicht?
  • appearance: Wo erschien die Behauptung (URL der Originalquelle)

Vollständiges JSON-LD Beispiel

Hier ist ein vollständiges, praxisnah gestaltetes ClaimReview-Markup als JSON-LD. Es überprüft eine fiktive politische Aussage:

<script type="application/ld+json">
{
  "@context": "https://schema.org",
  "@type": "ClaimReview",
  "url": "https://example-faktencheck.de/artikel/behauptung-xyz-falsch",
  "claimReviewed": "Deutschland hat 2025 mehr CO2 ausgestoßen als je zuvor",
  "author": {
    "@type": "Organization",
    "name": "Faktencheck Redaktion",
    "url": "https://example-faktencheck.de"
  },
  "reviewRating": {
    "@type": "Rating",
    "ratingValue": 1,
    "bestRating": 5,
    "worstRating": 1,
    "alternateName": "Falsch"
  },
  "itemReviewed": {
    "@type": "Claim",
    "author": {
      "@type": "Person",
      "name": "Max Mustermann"
    },
    "datePublished": "2026-03-15",
    "appearance": {
      "@type": "OpinionNewsArticle",
      "url": "https://social-media-quelle.example.com/post/12345"
    }
  },
  "datePublished": "2026-03-18",
  "dateModified": "2026-03-18"
}
</script>

Dieses Markup kannst du direkt in den <head>-Bereich deines Faktencheck-Artikels einbinden. Für die Validierung empfehlen wir unseren kostenlosen JSON-LD Structured Data Validator.

ClaimReview mit NewsArticle kombinieren

In der Praxis werden Faktencheck-Artikel oft zusätzlich mit einem NewsArticle Schema Markup ausgezeichnet. Die Kombination ermöglicht mehrere Rich-Result-Typen gleichzeitig:

  • NewsArticle: Gibt Google Informationen über den Artikel selbst (Autor, Datum, Headlinebild)
  • ClaimReview: Beschreibt die geprüfte Behauptung und das Urteil

Beide Markup-Typen können parallel im selben <script>-Block als Array eingebunden werden – oder in getrennten <script>-Tags. Google verarbeitet beide unabhängig voneinander.

<script type="application/ld+json">
[
  {
    "@context": "https://schema.org",
    "@type": "NewsArticle",
    "headline": "Faktencheck: Stimmt es, dass...",
    "datePublished": "2026-03-18T08:00:00+01:00",
    "author": {
      "@type": "Person",
      "name": "Anna Beispiel"
    },
    "publisher": {
      "@type": "Organization",
      "name": "Meine Faktencheck-Redaktion",
      "logo": {
        "@type": "ImageObject",
        "url": "https://example.de/logo.png"
      }
    }
  },
  {
    "@context": "https://schema.org",
    "@type": "ClaimReview",
    "claimReviewed": "Die konkrete Behauptung, die überprüft wurde",
    "url": "https://example.de/faktencheck/artikel",
    "author": {
      "@type": "Organization",
      "name": "Meine Faktencheck-Redaktion"
    },
    "reviewRating": {
      "@type": "Rating",
      "ratingValue": 4,
      "bestRating": 5,
      "worstRating": 1,
      "alternateName": "Weitgehend wahr"
    },
    "itemReviewed": {
      "@type": "Claim",
      "author": {
        "@type": "Organization",
        "name": "Behauptende Institution"
      },
      "datePublished": "2026-03-10"
    }
  }
]
</script>

Googles Anforderungen und Richtlinien

Google hat für ClaimReview spezifische Richtlinien veröffentlicht, die über das reine Schema.org-Vokabular hinausgehen. Besonders wichtig:

1. Redaktionelle Unabhängigkeit

Die Faktencheck-Seite muss redaktionell unabhängig von den überprüften Behauptungen sein. Eine Partei darf keine Faktencheck-Artikel über sich selbst mit positivem Urteil veröffentlichen und mit ClaimReview auszeichnen.

2. Transparenz über die Methode

Google erwartet, dass der Faktencheck-Prozess transparent dokumentiert ist. Dazu gehören: Wer sind die Fact-Checker? Wie wurde die Behauptung überprüft? Welche Quellen wurden herangezogen?

3. Eindeutige Urteile

Das alternateName-Urteil muss klar und verständlich sein. Vage Formulierungen wie "Es kommt darauf an" werden von Google nicht als geeignetes ClaimReview-Markup akzeptiert. Nutze klare Kategorien wie: Wahr, Falsch, Teilweise wahr, Irreführend, Unbewiesen, Kontext fehlt.

4. Nur eine ClaimReview pro Seite

Google unterstützt technisch zwar mehrere ClaimReview-Objekte pro Seite, aber empfiehlt, pro Faktencheck-Artikel nur eine Behauptung zu überprüfen und auszuzeichnen. Mehrere ClaimReviews auf einer Seite können zur Verwirrung führen.

5. Kein missbräuchlicher Einsatz

ClaimReview darf nicht verwendet werden, um eigene Aussagen zu glorifizieren oder Faktencheck-Labeling als Marketinginstrument einzusetzen. Google überwacht dies aktiv und kann Seiten vom Faktencheck-Rich-Result ausschließen.

Häufige Fehler bei ClaimReview

In der Praxis begegnen uns bei der Analyse von strukturierten Daten immer wieder dieselben Fehler:

Fehler 1: Zu langes claimReviewed

Das Feld claimReviewed sollte die überprüfte Behauptung in maximal 75 Zeichen zusammenfassen – sonst kürzt Google es im Rich Result. Die vollständige Erklärung gehört in den Artikeltext, nicht in dieses Feld.

Fehler 2: Fehlende URL im ClaimReview

Die url-Property muss auf den Faktencheck-Artikel selbst zeigen – nicht auf die überprüfte Quelle. Ein häufiger Fehler ist, die URL des Original-Claims einzutragen.

Fehler 3: Ungültige ratingValue-Skala

Wenn du ratingValue nutzt, müssen bestRating und worstRating immer mitangegeben werden. Außerdem muss ratingValue innerhalb des definierten Bereichs liegen. Ein ratingValue: 6 bei einer Skala von 1-5 ist ungültig.

Fehler 4: Fehlende itemReviewed-Informationen

Google erwartet zumindest den Autor der Behauptung und idealerweise das Datum. Komplett leere itemReviewed-Objekte oder Objekte ohne author können zur Ablehnung des Rich Results führen.

Fehler 5: Markup auf nicht-faktenchecking Seiten

ClaimReview auf Produktseiten, Blogs ohne Faktenchecking-Prozess oder Meinungsartikeln einzusetzen ist ein direkter Verstoß gegen Googles Richtlinien und kann zu manuellen Maßnahmen führen.

Bewertungsskalen und internationale Standards

Es gibt keine universelle Standardskala für Faktencheck-Urteile. Verschiedene Organisationen nutzen unterschiedliche Systeme:

  • Politifact: True / Mostly True / Half True / Mostly False / False / Pants on Fire (1-6)
  • AFP Factcheck: Falsch / Irreführend / Fehlender Kontext / Wahr
  • CORRECTIV: Falsch / Irreführend / Größtenteils richtig / Richtig
  • Snopes: True / Mostly True / Mixture / Mostly False / False / Unproven

Du kannst deine eigene Skala definieren – wichtig ist, dass sie konsistent über alle Artikel deiner Seite verwendet wird und das alternateName sprachlich eindeutig ist.

Für mehrsprachige Publikationen: Das alternateName sollte in der Sprache des Artikels formuliert sein. Ein deutschsprachiger Faktencheck nutzt "Falsch", nicht "False".

Überprüfung und Debugging

Bevor du ClaimReview live schaltest, solltest du das Markup gründlich testen. Folgende Schritte empfehlen wir:

  1. JSON-LD validieren: Nutze unseren JSON-LD Structured Data Validator für eine schnelle Syntaxprüfung.
  2. Google Rich Results Test: Das offizielle Tool von Google zeigt dir, ob dein ClaimReview korrekt erkannt wird und welche Felder fehlen.
  3. Google Search Console: Nach der Veröffentlichung zeigt die Search Console im Bereich "Enhancements" eventuelle Fehler im ClaimReview-Markup.
  4. Schema.org Validator: validator.schema.org bietet eine vollständige Überprüfung aller Schema.org-Properties.

Wichtig: Rich Results erscheinen nicht sofort nach der Implementierung. Googlebot muss die Seite erst neu crawlen und indexieren. Das kann je nach Website zwischen wenigen Stunden und mehreren Wochen dauern.

ClaimReview und E-E-A-T

ClaimReview hat auch einen indirekten SEO-Effekt: Es signalisiert Google Expertise, Erfahrung, Autorität und Vertrauen (E-E-A-T). Faktencheck-Seiten, die konsistent ClaimReview einsetzen und dabei Googles Richtlinien einhalten, werden von Google als vertrauenswürdige Informationsquellen eingestuft.

In der Optimierung für Google News spielt ClaimReview eine besondere Rolle: Google News-Publisher, die Faktenchecking als festen Bestandteil ihres Journalismus einsetzen, profitieren von einer höheren Sichtbarkeit im News-Feed und können das Faktencheck-Label als Vertrauenssignal nutzen.

Kombiniert mit Article Schema Markup und klaren Autorenprofilen (Person Schema Markup) entsteht ein vollständiges Vertrauenssignal, das Google zur Bewertung der Inhaltsqualität heranzieht.

Fazit: ClaimReview lohnt sich für seriöse Faktencheck-Publisher

ClaimReview Schema Markup ist eines der spezialisiertesten Schema.org-Vokabulare – und genau das macht es wertvoll. Für Redaktionen und Organisationen, die professionellen Faktencheck betreiben, ist es ein wichtiges Instrument zur Sichtbarkeit in Google News, Google Suche und Discover.

Die wichtigsten Punkte zum Mitnehmen:

  • ClaimReview gilt nur für echte Faktencheck-Artikel mit transparentem Prüfprozess
  • Die claimReviewed-Property fasst die Behauptung kurz und präzise zusammen (max. 75 Zeichen im Rich Result)
  • Das reviewRating-Objekt mit alternateName ist das Kernelement des Rich Results
  • Kombination mit NewsArticle Schema ist empfehlenswert
  • Googles Richtlinien zur redaktionellen Unabhängigkeit und Transparenz sind bindend
  • Regelmäßige Überprüfung mit dem Google Rich Results Test und der Search Console ist Pflicht

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